adcada.photo: Wie entsteht eigentlich ein Fotoshooting bei ADCADA?

adcada photo fotoshooting art final 09092020"Wie läuft bei euch eigentlich so ein Fotoshooting ab?", wurden wir bei ADCADA schon öfters gefragt – ganz besonders, wenn eine neue FASHION.ZONE-Kampagne präsentiert wird. Wir haben mit einem gesprochen, der sich damit auskennt: Unser Paul von adcada.photo ist in der Welt der Bilder und Medien zu Hause und plaudert hier exklusiv ein bisschen aus dem Shooting-Nähkästchen.

Wer gibt das Thema der Kampagne und Fotos vor?

Paul: Das grundlegende Thema der Kampagne wird vom Marketing entwickelt und in Zusammenarbeit mit uns konzipiert. Dabei gibt es mehrere Faktoren, die in dieser Phase berücksichtigt werden müssen. Neben Jahreszeit und Dauer der Kampagne fließt auch der aktuelle Zeitgeist ein und ob die Kampagne eine spezielle Einmalgeschichte oder jederzeit "spielbar" sein soll. Wichtig ist auch, ob es sich um eine Print-, Online- oder Plakatkampagne handelt. Darüber hinaus spielen natürlich auch das Image der vorgestellten Fashion-Brands sowie die Kernzielgruppe, die angesprochen werden soll, eine gewichtige Rolle.

Wie viele Mitarbeiter sind an einem Fotoshooting beteiligt und welche Aufgaben nehmen sie wahr?

Paul: Mehr als man auf den ersten Blick meinen möchte, schließlich sind wir beim Shooting selbst nur mit einem kleinen und flexiblen Team unterwegs. Doch davor spielt das Marketingteam seinen Part. Hier ist Sophie federführend aktiv, sie informiert und koordiniert den Rest des Teams. Sie ist unsere Art Directorin, die die Bilder anschließend auch abnimmt und überhaupt die gesamte Kampagnenerstellung unter Kontrolle hat. Anna ist Teil des Location Scouting und stellt auch das Booking der Location sicher. Schließlich kann man nicht einfach so irgendwo auftauchen und Fotos schießen. Darüber hinaus liegt die gesamte Organisation vor und während des Shootings in ihren Händen. Hauke kümmert sich um die Videos und hält die gesamte Erstellung der bewegten Bilder in seinen fähigen Händen: Dieser Prozess beginnt mit dem Videokonzept und mündet über den eigentlichen Dreh, Ton, Schnitt im abschließenden Colorgrading in Absprache mit Sophie. Meine Wenigkeit ist als Fotograf am Set zuständig für den Look der Location und der Models, Licht, natürlich die Fotos und den abschließenden Retouch in Absprache mit Sophie. Bei alledem unterstützt uns Robert als Helping Hand am Set.

Und wer wählt die Location schlussendlich aus?

Paul: Das ist tatsächlich eine Entscheidung des gesamten Teams, welches diese Entscheidung anhand des erarbeiteten Konzepts trifft und aus den Möglichkeiten die beste auswählt. Bis jetzt waren wir uns zum Schluss noch immer einig.

Die Mode muss bei einem Fashion Shooting auch präsentiert werden – wer sorgt für die Models und Kleidungsstücke am Set?

Paul: Darum kümmert sich Anna in Absprache mit Sophie. Vor Ort sorgen dann Maske und Styling darum, dass unsere Models – nun, sie sehen stets einfach richtig gut aus.

Das wichtigste beim Fotografieren ist wohl mit das Licht, oder?  

Paul: Absolut richtig. Natürlich geben hier das Konzept und auch die Location selbst die Richtung vor. Vor Ort muss dann zuerst einmal beurteilt werden, ob das natürliche Licht ausreicht oder mit künstlichem Licht unterstützt werden muss. Wenn ich es mir aussuchen kann, fotografiere ich lieber mit Kunstlicht, da ich dies leichter steuern kann und die Lichtverhältnisse reproduzierbar sind. Bei Outdoor Shootings kommt es auf das Thema und den Look an, wann fotografiert wird. Generell hat man hier das beste Licht jedoch bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Nicht optimal ist die Mittagszeit, da das Licht dann steil von oben einfällt und unschöne Schatten wirft. Dazu kommt im Sommer auch noch die Hitze – die Kombination aus Kleidung und Schweiß ist dann so eine Sache…

Die Fotos sind also im Kasten – wie sieht der weitere Weg zur Veröffentlichung aus?

Paul: Der beginnt schon am Set, indem zwischen den einzelnen Shots immer wieder kontrolliert, ob die Belichtung stimmt, der Bildaufbau zum Look der Kampagne passt und so weiter. Besonders gutaussehende Bilder werden hier schon für die spätere Auswahl markiert. Nach dem Ende des Shootings steht dann zuallererst einmal eine Datensicherung an, was bei einigen tausend Bildern schon mal seine Zeit dauern kann. Als nächstes startet dann die Post Production an: Gemeinsam mit Art Directorin Sophie werden alle Bilder gesichtet und eine Vorauswahl getroffen, aus der sie dann die endgültigen Fotos für die Kampagne aussucht. Diese erhalten dann von uns am Computer den letzten Feinschliff. Die finalen Bilder gehen anschließend zum Marketingteam, welches sich um das Einfügen in die Layouts der jeweiligen Zielmedien kümmert. Nachdem auch die Geschäftsführung ihren Segen zum fertigen Produkt gegeben hat, heißt es "Release" und die Kampagne wird ausgespielt.

Zum Abschluss noch eine Frage: Bei weitem nicht alle Bilder im Online-Shop zeigen ein Model. Meist scheint das leere Kleidungsstück in der Luft zu schweben und sieht dennoch aus, als ob es getragen wird. Wie macht ihr das?

Paul: Das wäre bei zehntausenden Kleidungsstücken im Online-Shop der FASHION.ZONE auch nicht zu realisieren, dass jedes einzelne sozusagen "am lebenden Objekt" präsentiert wird. Wie wir es hinbekommen, dass es trotzdem so aussieht als ob, das führt unsere Studioleiterin Caroline in folgendem Video vor. Sagen wir mal so: Simpel, aber raffiniert!